Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer unseres Vereins,
manchmal erfordert der Blick in die Zukunft eine bewusste Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln. Nach intensiven internen Beratungen haben wir als Vorstand und Verein beschlossen, uns wieder verstärkt auf das zu konzentrieren, womit unsere Arbeit einst begann: die gezielte, individuelle Förderung und Unterstützung von sozial und juristisch benachteiligten sowie schwer traumatisierten Kindern und Jugendlichen.
Der Ursprung unserer heutigen Struktur liegt in einer rund 20-jährigen Tätigkeit für das Institut für pädagogische und psychologische Förderung (IPPF). Aus den dort gesammelten Erfahrungen mit jungen Menschen, die in prekären Lebenslagen aufwachsen, entwickelten wir vor Jahren ein maßgeschneidertes, individuelles
Trainingsprogramm. Wo wir letzten Endes als Verein und ich persönlich als Mensch durch diese Arbeit
gelandet sind, ist allseits bekannt. Doch die aktuellen gesellschaftlichen und justiziellen Entwicklungen zeigen uns deutlicher denn je, wie bitter nötig unsere ursprüngliche Kernkompetenz heute ist.
Ein System im strukturellen Versagen: Die Hürden für die Opfer
Wer mit Opfern sexueller, psychischer und physischer Gewalt arbeitet, durchläuft zwangsläufig einen tiefen
Erkenntnisprozess. Es wird schmerzhaft transparent, welche massiven Barrieren Betroffenen in den Weg
gelegt werden. Die Traumata wirken bei Kindern und Jugendlichen existenziell und tiefgreifend. Kommt es
überhaupt zu einem juristischen Prozess, stehen diese jungen Menschen vor Hürden, die für ein Opfer kaum zu bewältigen sind.
Ein aktueller, erschütternder Sachverhalt über sexuellen Missbrauch führt uns einmal mehr vor Augen, dass weder die Justiz, viele Therapeuten, noch etablierte Vereine primär am Wohlergehen des Opfers oder an einem echten Erkenntnisgewinn interessiert zu sein scheinen. Betrachtet man die historische Aufdeckung der
Rolle um die Anfänge der Studienstiftung des deutschen Volkes rund um Figuren wie Hellmut Becker und von Weizsäcker, fügt sich das Bild mosaikartig zusammen. Es wird klar, weshalb in Deutschland eine fatale Tradition gepflegt wird, in der beispielsweise Praxisräume von Psychologen bei Missbrauchsverdacht vor Durchsuchungen geschützt bleiben – wie im Falle des verurteilten Psychologen Walter P. –, während im Gegenzug im Falle des verstorbenen Priesters Edmund Dillinger wichtige Beweismittel vernichtet wurden. Diesem täterprotektionistischen Treiben steht ein opferschädigendes Sammelsurium an parawissenschaftlichen Konzepten gegenüber, die sich in Theorien wie dem sogenannten „Parental Alienation Syndrome“ (PAS), den Kentler-Netzwerken und perfiden Mechanismen wie „False Memory“ oder der klassischen Täter-Opfer-Umkehr manifestieren. Diese Techniken werden euphemistisch von Justiz und Presse aufgegriffen und die Opfer und ihre Vertreter laufen gegen eine Wand. So werden sie nicht nur Opfer der Tat , sondern auch einer gesellschaftlichen legitimierten Legalisierung der Tat.
Die Opfer sehen sich einer absolut erdrückenden Gegenmacht ausgesetzt. In ihrer tiefen Isolation und Verzweiflung laufen sie dadurch Gefahr, auf manipulative Gruppierungen wie Reichsbürgernetzwerke hereinzufallen – eine gefährliche Honigfalle, die gezielt mit Teilen der Polizei und Justiz kooperiert, um das Misstrauen in den Rechtsstaat für eigene Zwecke auszunutzen. Kritik an gängigen Therapieansätzen und unser neuer, alter Weg Erfahrungen zeigen leider auch, dass das gängige Therapeutennetzwerk Betroffene oft nicht resilient aufbaut, um sie nachhaltig zu integrieren. Ein Großteil der angewandten Standardtherapien trägt – oft unbeabsichtigt – eher zur weiteren sozialen Isolation der Betroffenen bei, statt ihnen Lebenskraft und Alltagskompetenz zurückzugeben.
Wir als Verein setzen genau hier an. Wir haben uns entschlossen, ab sofort wieder einzelne Intensivstunden mit Missbrauchs- und Misshandlungsopfern aufzubauen. Unser Ziel ist es, diese Kinder und Jugendlichen physisch und psychisch so zu stabilisieren, dass eine schrittweise Gruppenintegration gelingen kann. Um die finanzielle Schwelle für betroffene Familien so niedrig wie möglich zu halten, gilt eine klare Sonderregelung: Bis das Kind voll in die Gruppe integrierbar ist, zahlen die Mitglieder für die Einzelstunden lediglich den regulären Gruppenbeitrag.
Darüber hinaus werden wir ab sofort als Fallpaten fungieren, um betroffene Personen unmittelbar vor Ort im Alltag zu begleiten und ihnen eine direkte, menschliche Stütze zu bieten. In der kommenden Woche werde ich zudem tiefere Einblicke in unsere früheren Tätigkeiten, vergangenen Freizeiten und Projekte veröffentlichen. Damit möchten wir transparent machen, wie unser Verein zu seinem heutigen, fundierten Rufgelangt ist.
